Sieben Fragen zu menschzentrierter Digitalisierung

Sabine Smentek

Anhand welcher Aktivitäten wird besonders gut deutlich, dass die Menschzentrierung von digitalen Services in Ihrem Bundesland immer wichtiger wird?

Anhand der in unserem Bundesland bereits seit längerem durchgeführten Usability-Maßnahmen wird die wachsende Bedeutung des Themenfeldes Menschzentrierung besonders gut deutlich: In Berlin führen wir standardmäßig Pretests und Anwendertests durch, bevor wir uns für eine konkrete Software entscheiden. Darüber hinaus spielen Umfragen und Auswertungen zur Nutzung von Online-Angeboten für uns eine bedeutende Rolle.

Bürger*innen und Unternehmen erhalten den Service, den sie benötigen - auf dem Weg, den sie wählen.

Sabine Smentek

Welche Voraussetzungen sind in den öffentlichen Verwaltungen erforderlich, damit die Bedürfnisse der Bürger*innen und der Verwaltungsmitarbeiter*innen bei der Entwicklung von digitalen Services noch besser berücksichtigt werden können?

Aus unserer Sicht ist es bei der Entwicklung von digitalen Services besonders wichtig, dass entsprechende Maßnahmen bereits im Rahmen der Realisierungsvorbereitung von Projekten mit eingeplant werden.

In welchen Bereichen und Themenfeldern ist eine menschzentrierte digitale Transformation im öffentlichen Sektor aktuell noch nicht in der Form möglich wie Sie sich das wünschen würden?

Wir machen in allen Bereichen noch zu wenig, da wir unter erheblichem Zeitdruck stehen. Zudem ist die Einbeziehung von Benutzer*innen und Bürger*innen mit einem erheblichen monetären Aufwand verbunden.

In welche Themenfelder sollten die Kommunen die 3 Milliarden für die Digitalisierung aus Ihrer Sicht vorrangig investieren?

Das Geld sollte in Online-Anwendungen für die meistgenutzten Dienstleistungen (OZG) investiert werden. Darüber hinaus gibt es Investitionsbedarf im Bereich der IT-Infrastruktur der öffentlichen Verwaltungen sowie im Bereich der Datensicherheit.

Wie verändern sich durch den Wechsel von vor Ort installierten Softwarelösungen zu Clouddienstleistungen die Anforderungen an das Themenfeld Usability, User Experience und Barrierefreiheit?

Die konkreten Auswirkungen lassen sich nur im jeweiligen Einzelfall beurteilen. Aus unserer Sicht gibt es für den öffentlichen Sektor zu Cloud-Services jedoch keine Alternative.

Was sind - Stand heute - in den öffentlichen Verwaltungen Ihres Bundeslandes die wichtigsten Einsatzbereiche für UUX Expert*innen?

Der wichtigste Einsatzbereich für UUX Expert*innen stellt der IT-Dienstleister ITDZ dar, welcher im Land Berlin für Projektmanagement und IKT-Betrieb verantwortlich ist. Darüber hinaus kommen UUX Expert*innen in den Senatsverwaltungen zum Einsatz und betreuen dort die Einführung und Weiterentwicklung der Fachanwendungen. Zudem profitiert auch die IKT-Steuerung, die die Standards für IKT festlegt, von der Expertise der UUX Expert*innen.

Was ist Ihre persönliche Vision für die Öffentliche Verwaltung 2030?

In der Öffentlichen Verwaltung 2030 ist eine medienbruchfreie Kommunikation und Kollaboration innerhalb der vernetzt denkenden und arbeitenden Verwaltung und zu den Bürger*innen und Unternehmen möglich. Verwaltungsmitarbeitende besitzen die technische Ausstattung mit modernster Technologie, die sie für ihren Arbeitsalltag benötigen. Barrierefreiheit und Datensicherheit gehören in der öffentlichen Verwaltung zum Alltag. Bürger*innen und Unternehmen erhalten den Service, den sie benötigen - auf dem Weg, den sie wählen. Dabei werden Sie kompetent durch engagierte und fachlich-versierte Verwaltungsmitarbeitende beraten und unterstützt.

Foto von Sabine Smentek

Sabine Smentek ist seit 2016 als Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) für die Digitalisierung der Berliner Verwaltung verantwortlich. Schon als Bezirksstadträtin für Jugend, Schule, Sport und Facility Management im Berlin-Mitte (2014 bis 2016) war sie u.a. für die IKT des Bezirks zuständig.

Sabine Smentek
Staatssekretärin für Informations- und Kommunikationstechnik bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Land Berlin

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