Heuristische Evaluation

anhand der Kriterien von Jakob Nielsen

Im Gegensatz zu Usability Tests verzichten inspektionsbasierte Verfahren wie die Heuristische Evaluation und der Cognitive Walkthrough auf die Involvierung von Benutzer*innen. Stattdessen prüfen UUX Expert*innen die konkrete Fachanwendung anhand von Heuristiken auf Gebrauchstauglichkeit, Softwareergonomie, Barrierefreiheit, Usability und User Experience. Die Stärke der Heuristischen Evaluation ist die schnelle und standardisierte Bewertung des Themenfeldes UUX.

Eine gegenwärtig im Rahmen des OZG besonders häufig genutzte Heuristik ist im Bereich der Gebrauchstauglichkeit die Heuristik von Nielsen. Wenngleich diese bereits im Jahr 1994 veröffentlich wurde, ist diese aufgrund ihres allgemeinen Charakters auch heute noch in unveränderter Form anwendbar. Während sich die digitalen Technologien seitdem rapide weiterentwickelt haben, haben sich weder unsere kognitiven Möglichkeiten noch der grundlegende Charakter unserer Probleme mit digitalen Technologien substantiell verändert.

Im Bereich der heuristischen Evaluation der Barrierefreiheit ist der BITV-Test von wachsender Bedeutung. Wenngleich Heuristiken ein guter Startpunkt für einen Einstieg in den Themenkomplex UUX darstellen, unterliegt diese Methode im Kontext der menschzentrierten Gestaltung einer zentralen Einschränkung: Die Anforderung nach regelmäßigem und iterativem Abgleich zwischen Nutzungsanforderungen und Gestaltungslösung wird die isolierte Heuristische Evaluation nicht vollumfassend gerecht.

Schematische Darstellung einer Checkliste

Heuristic evaluation is a discount usability engineering method for evaluating user interfaces to find their usability problems. Basically, a set of evaluators inspects the interface with respect to a small set of fairly broad usability principles, which are referred to as the heuristics.

Jakob Nielsen, 10 Usability Heuristics, 1994

Heuristische Evaluation

So gelingt die Praxis

Zwei Personen sind am Skizzieren

Eine Person sitzt vor dem Rechner

In der Praxis kommt die Heuristische Evaluation in Bundesbehörden, Landesbehörden und kommunalen Behörden aufgrund der skizzierten Vorteile häufig zum Einsatz; insbesondere im Rahmen von UUX Gutachten. Die sich aus dem mangelnden Bezug zu den Benutzer*innen ergebenden Defizite lassen sich durch eine Verzahnung mit weiteren Methoden problemlos kompensieren: Besonders unkompliziert lassen sich dabei Usability Tests, Interviews und Fokusgruppen mit einer Heuristischen Evaluation kombinieren.

In der Praxis steht die Auswahl der richtigen Heuristik gegenüber der Auswahl der richtigen UUX Expert*innen zurück. Während die Heuristiken stets nur grobe Themenkomplexe definieren, obliegt die Anwendung des Themenkomplexes auf die konkrete Fachanwendung den jeweiligen UUX Expert*innen. Wissenschaftlicher Standard ist dabei die wiederholte und unabhängige Bewertung der gleichen Anwendung durch bis zu fünf UUX Expert*innen.

Häufig stehen in Bundesbehörden, Landesbehörden und kommunalen Behörden für Heuristische Evaluationen keine großen Budgets zur Verfügung. In der Praxis lassen sich auch bei einer Beschränkung auf ein bis zwei UUX Expert*innen bereits eine Vielzahl von Hürden und Problemen identifizieren - insbesondere, wenn die Heuristische Evaluation mit Usability Tests kombiniert wird. Der nachgelagerte Usability Test spielt dabei in einem UUX Gutachten auch eine wichtige Rolle bei der Priorisierung der zuvor identifizierten Barrieren.

Heuristische Evaluationen mit ein bis zwei UUX Expert*innen sind sehr effektiv; insbesondere, wenn diese Methode durch Usability Tests ergänzt wird.

Prof. Dr. Simon Nestler
Geschäftsführer

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